Ironman 70.3 World Championships Nice 12. Sep. 2026

Im letzten Jahr lag mein Fokus nach vielen Jahren Langdistanz „nur“ auf der Halbdistanz, denn ich wollte mich für Nizza 2026 qualifizieren. Mein erstes Quali-Rennen, der IM 70.3 im August in Tschechien musste gleich mal ausfallen, da Wolfgang (wir wollten uns beide qualifizieren) und ich eine Woche davor krank wurden. Beim IM 70.3 in Zell am See Ende August habe ich den Quali Platz knapp verpasst. Ein Radsturz kostete mich Zeit – und eine blaue Hüfte und starke Schmerzen beim Halbmarathon.
Im November konnte ich mich beim IM 70.3 in Antalya mit Platz 5 in meiner AK (und gesamt fix im Quali Pool) auf den gewünschten Slot für Nizza freuen. Schön war, dass ich nicht allein starten würde, denn Karin holte sich ebenfalls in Antalya den Quali Platz.

Themenwechsel – spätestens seit der Erkrankung von Robert weiß ich, wie schnell es gehen kann. Niemand ist davon befreit. Auch wir Triathleten nicht, obwohl wir unseren Körper gesund und fit halten. Nach einer Routine-Mammographie Mitte März beginnt meine Geschichte, mein Projekt, wie ich es immer nenne. Untersuchungen, die nicht durchgeführt werden können. Andere Wege, die länger dauern. Untersuchung. Warten. Befund. Wieder Untersuchung und wieder warten….
Dazwischen liegt Anfang Mai der IM 70.3 in Jesolo. Körperlich stark, mental kann ich aber nur 95% geben. Trotzdem Platz 7 und ich freue mich sehr darüber. Und dann am 21. Mai endlich meine Diagnose. „DCIS“ eine Brustkrebs-Vorstufe, d.h. zwar bösartig, aber ohne Metastasen … vermutlich. Eine OP ist notwendig. Brusterhaltend mit anschließender Strahlentherapie. Eine Welt bricht zusammen – nicht nur für mich – obwohl ich es in den Wochen davor schon geahnt habe. Aber eines steht fest. Ich lass mir von diesem sch…. Krebs nicht meinen Start bei der WM in Nizza nehmen !! Ich bin stärker als er.

OP Mitte Juni. Meinen Start beim IM 70.3 in Jönköping, Schweden am 5. Juli (wo auch Wolfgang und Clemens starten) kann ich auf 2027 verschieben. Leider ist eine zweite OP Ende Juli notwendig. Ich kämpfe um meinen Start in Nizza und es gelingt mir, dass ich meine Therapie danach machen kann. Somit war die 2. OP „ein Segen“. Die Therapie muss dadurch sowieso später (nach der Heilung) stattfinden.

5 Wochen Training für Nizza werden ausreichen, auch bei dieser schwierigen Radstrecke. Und tatsächlich – der Plan geht auf. So schnell wie ich mich zwischen und nach den OP’s erholen konnte, so schnell greift auch das Training. Danke an meinen Trainer Mario, der mit Krebspatienten schon Erfahrung hat (obwohl Krebs bei jedem anders ist). Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig. Noch mehr in dieser Lebenssituation.

Nizza 😊 – meine zweite IM 70.3 WM nach Südafrika 2018. Die Stadt hat mich gefangen. Das Meer – ein Traum. Zu warm für Neopren, aber egal. Einfach schön zu schwimmen. Die Radstrecke ist voll leiwand. Nach Ankunft in Nizza fahren wir die Strecke mit dem Auto ab. Auf einem Parkplatz baut Wolfgang mein Rad zusammen, da wir direkt vom Flughafen kommen. Ich habe viel Respekt vor den Bergab-Passagen. Nicht wegen den Kurven, sondern „wie klappt meine Verpflegung bergauf und bergab, wenn meine Hände nur am Lenker sind?“ Das wird ein längerer Rad Teil als sonst, da ist optimale Versorgung noch wichtiger.

Und es gelingt mir. Sogar sehr gut. Ich kann mich mit Kohlenhydraten vollstopfen. Bin vielleicht etwas zu „freundlich“ auf der Radstrecke und schreie nicht sofort „keep right“. Aber so sind wir Mädels halt 😊Einziges Missgeschick ist, dass ich beim knappen Überholen von einem Auto in der engen Kurve (ja – da waren auch Autos auf der Straße !!) in ein Schlagloch gefahren bin und dabei meinen Radcomputer inkl. Halterung verloren habe. Aber egal. Es waren eh nur mehr 20km bis Nizza. Stehenbleiben wäre keine Option gewesen. Das wäre ein Unfall mit vielen Beteiligten geworden.

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Der Lauf auf der Promenade ist ein Traum 😊Es läuft perfekt. Ich kann meine Frequenz halten. Kann mich weiterhin gut versorgen – mit Gels, Gummis und Eis bzw. Wasser über den Kopf (wir haben ja nach wie vor Sommer hier in Nizza 🥵). Ich kann sogar mein Tempo auf der 2. Runde steigern. Muss ich ja, denn meine Wechselzeiten sind nicht nur wegen der langen Wege nicht perfekt, auch eine Klo-Pause muss wieder mal sein. Entleeren an der Radstrecke war nicht möglich 🙈.

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Und dann folgt der Zieleinlauf bzw. der letzte Kilometer. Ich werde emotional. Das war ich schon beim Start und auch in den Tagen davor immer wieder. Auch als ich mein „My Why“ auf der Ironman-Tafel gelesen habe. Ich bin hier, weil ich stärker bin. Stärker als mein Krebs. Weil ich an mich glaube. Weil ich alles erreichen kann, wenn ich daran glaube. Die Zielzeit ist mir egal. Ich habe mein Ziel schon am Start erreicht. Alles weitere ist eine Draufgabe – eine sehr schöne 🥰.

Und da laufe ich ins Ziel. Ich höre Wolfgang und Verena im Zielkanal rufen. Jetzt hab ich’s geschafft – und ich bin mega zufrieden und stolz auf meine Leistung, und zwar körperlich und mental, nicht nur die heutige Leistung, sondern auch die in den letzten Monaten ♥️.

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Durch dieses WM-Rennen habe ich Energie, für alles, was in den kommenden Wochen folgen wird – Therapie oder eine weitere größere OP – was auch immer. Ich bin bereit.
Und danach bleibe ich gesund und ich werde mich auf mein Quali-Rennen für die IM 70.3 WM in Chattannooga 2027 vorbereiten. Gemeinsam stehe ich dort mit Wolfgang am Start. Das ist mein Plan. Aber das ist eine andere Geschichte 😉


Startnummer 1881
Zielzeit 6:41:43
138. Platz von 277 in der AK 50-54
1738. Platz von gesamt 2688 Damen im Ziel

swim  47:55     228. in AK
T1  6:06
bike  3:47:05    138. in AK
T2  7:24
run  1:53:15    88. in AK

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