Also irgendwie wird des nix mit der Winterchallenge
Tja… also… Im Jahre 2025 ist es so weit. Jacky wird 40… und was macht man bei so einer Gelegenheit?? Irgendetwas, was man sonst nieeeee machen würde…also vielleicht laufen wir einfach mal einen Marathon- Weil ich mich aber strickt gegen einen Marathon weigere, weil dies ja viel zu weit ist, muss man sich eine andere spannende Idee überlegen. Also soll es die Sternstein Winterchallenge sein- und zwar gleich die „Xtreme“ Variante mit 45 km und 1650 HM. Das besonders coole daran ist, dass man diesen Lauf von 1.12- 28.2 jederzeit bestreiten kann. Unsupported, sich allein auf den Weg machend und diesen mittels GPX Track findend. Ok das sollte, machbar sein 😊
Es ist uns zu unserem gewünschten Zeitpunkt nicht möglich gewesen das Vorhaben durchzuziehen. Geplant wäre der 13.12 gewesen- Also kurz vor meinem 40ten Geburtstag. Leider hat mich eine ordentliche Krankheit über 2 Monate außer Gefecht gesetzt und somit war von Ende Oktober bis Mitte Jänner kein Training oder sonst irgendetwas, dass Sport auch nur ähnlich ist, möglich.
Doch Come Back Stronger und somit war es am 7. Februar endlich so weit. Das Wichtigste für uns war erstmal die Verpflegung unterzubringen. Somit befülle ich meinen Trinkrucksack mit 2l Wasser und packe massenhaft Gels ein. Horst ist für das erste Hilfe Paket, die Milchbrötchen mit Schokostücken, die Waffeln und den warmen Iso inkl. Alutassen zuständig. Beide haben wir auch noch unsere Stirnlampen und unser bestleuchtendes, reflektierendes Laufgewand bereitgelegt.
Mit meinem Papa- dem besten Sportevent Shuttle Taxi- geht’s nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück erstmal zum Taubenmarkt. Von dort starten wir unseren Lauf. Die ersten 3 km gehen supergemütlich voran, aber dann geht’s schon los…
Dass wir im Winter mit winterlichen Bedingungen rechnen müssen, ist uns ja klar, aber Christoph der Veranstalter hat wieder darauf geachtet, dass wir wettermäßig so viel Abwechslung wie nur möglich erleben dürfen. Somit dauert es nicht lange und der Weg, den wir laufen sollten, ist eine komplette Eisbahn. Leider ist es uns nicht mal möglich abseits des Weges zu laufen, da unter den herabgefallenen Blättern unerwartet Eisplatten liegen und wir da auch mehr rutschen als Laufen entscheiden wir uns für die sicherste Variante. Jacky geht in die Hocke und rutscht auf allen vieren über den Boden. Horst ist das zu blöd, er versucht vorsichtig über die Eisplatten zu gehen, macht eine eiskunstläuferische Drehung, die eine Bestnote verdient. Die Landung ist allerdings nicht so galant und so kracht er mit der Hüfte hart auf den Boden auf. Für die ersten 5 Km brauchen wir länger als 1 Stunde und wir überlegen schon, ob dies eine gute Idee war. Der dichte Nebel stört uns nicht weiter, allerdings sind wir froh gut reflektierend gekleidet zu sein, denn die minimalen Stücke, die wir auf der Straße laufen müssen, wären sonst sehr gefährlich, weil es uns kaum möglich ist die Autos rechtzeitig zu sehen. Und es denen sicher auch nicht anders geht.
Mehr schlecht als recht kämpfen wir uns zur Gis. Dort beginnt dann gefrierender Nieselregen und der Nebel wird immer dichter. Hier überlegen wir schon das erste Mal, ob wir nicht aufgeben sollen. Papa anrufen, ausziehen, eine heiße Dusche und keiner weiß, dass wir jemals hier waren. Allerdings geht es nach der Gis eine Weile auf der Straße nach Kirschlag. Diese ist geräumt und somit können wir richtig laufen. Dies motiviert uns zum Weitermachen. Hier sind wir auch zum ersten Mal glücklich mit unserer Ausrüstung- Die neuen Merinoshirts wärmen super, wir leuchten wie ein Christbaum, die Trinkrucksäcke und Horst Bike- Rucksack bieten Platz für alles, was wir brauchen. Doch als wir die Straße verlassen und auf die nächste Rutschbahn kommen, stellt sich uns die Frage, wie wir uns Schuhtechnisch noch besser ausrüsten hätten können. Unsere guten Trailrun Schuhe bringen uns keinen sicheren Halt. Spätestens nach Horsts zweitem Sturz, diesmal auf die andere Hüfte, überlegen wir, ob es nicht unverantwortlich ist so weiterzumachen… aber Aufgeben ist ja noch nie eine Option gewesen. Auch wenn es diesmal sehr verlockend ist.
So stiefeln wir weiter. Es geht dahin, Nebel, kein Nebel, Eisbahn, Straße, matschiger Waldboden, knöcheltiefer Schnee, Wind, Regen, leichter Sonnenschein…. Alles wechselt sich fast im 5 Minuten Takt ab. Und so wechselt sich auch unsere Stimmung- „tolle Sache wir machen es zu Ende“- „So ein Blödsinn wie konnten wir nur“- „so schlimm ists ja doch nicht“- „Geh scho wieder so eine Eisplatte- ich mag nichtmehr“- „Jetzt sind wir fast da, das machen wir jetzt auch noch fertig“
Und dann wird’s spannend. Dass überall Bäume umgefallen und umgesägt wurden ist uns ja schon aufgefallen, doch plötzlich stehen wir am Anfang eines forstlichen Sperrgebiets. Wir schauen uns kurz um- ein anderer Weg ist nicht in Sicht. Wir hören nichts und sehen keine Arbeiter. Also laufen wir mit mulmigem Gefühl durch. Gott sei dank ist die Sperrzone nicht lange und schon geht’s weiter.
Bei der Ortstafel „Bad Leonfelden“ sind wir froh, dass es nun vorbei ist. Gleich beim Reinlaufen in die Ortschaft entscheiden wir uns dafür, dass wir nach 35 km gleich ins Gasthaus laufen und daher nur die „Hero“ variante bestreiten- auf den Sternstein laufen wir nicht mehr. Somit geben wir das Gasthaus ins Handynavi ein und laufen Richtung „Berggasthof Waldschenke“ Bei 39km stellen wir uns die Frage ob sich Christoph so verschätzt, hat bei der Streckenabmessung. Die komplette Strecke war so unmissverständlich markiert, dass das ja fast nicht möglich ist sich zu verlaufen oder eine Abzweigung zu übersehen. Horst kontrolliert nochmal die Anmeldung- Berggasthof Waldschenke ist nur für den Herbstlauf das Ziel- Wir müssen in den Leonfeldnerhof, den wir bereits 4 km hinter uns gebracht haben- Tja wer lesen kann ist klar im Vorteil. Aber nun ist uns die Entscheidung abgenommen worden- jetzt geht’s am Sternstein auch noch rauf- Ein Foto vor der Warte muss schon sein.
Horst ist nicht mehr so motiviert, Jacky dafür mehr. Hier kommt das oberösterreichische Bergsteigerblut einfach durch. Leider sind wir gleich wieder mit einem forstlichen Sperrgebiet konfrontiert und diesmal wird auch um 16 Uhr bei einsetzender Dunkelheit noch fleißig gearbeitet. Daher entscheiden wir uns die Straße hinaufzulaufen und die Warte von „hinten“ zu erklimmen.
Als wir beim Berggasthof ankommen und einen Blick auf die nächste Eisbahn werfen, die so frei im Gelände liegt, dass man sich nirgends raufziehen oder entlanghangeln kann entscheiden wir… das ist Xtrem genug für uns…..
Somit rufen wir wieder unser bestes Taxi an und stiefeln zurück zum richtigen Zielgasthof. Dort bekommen wir unsere hart erkämpfte Snowflake Medaille und ein GROßES!!!! Leckeres Bier!!!!
Auch wenn es zu Hause bei meinen Eltern dann die besten gebackenen Hendlflügerl mit Reis und Pommes gab, freuen wir uns jetzt schon wieder auf den Donautrail und Christophs Kultur und Genussreise durch die Berge von Linz.
Und vielleicht geht’s im Herbst dann doch noch auf den Sternstein rauf- Weil da haben wir noch eine Rechnung offen!!!






