Sechs Tage nach dem Marathon stand bereits der Maissauer Duathlon am Programm.
Bernhart und ich hatten dort schon zwei Jahre zuvor die Staffel gewonnen – damals allerdings mit vertauschten Rollen: Bernhart am Rad und ich beim Laufen. Da ich mich in den letzten Jahren am Rad deutlich verbessert hatte, kam Bernhart auf die Idee, die Aufgaben diesmal einfach umzudrehen.
Gesagt, getan!
Uns war natürlich bewusst, dass uns der Marathon noch ordentlich in den Beinen steckte, aber den Spaß wollten wir uns trotzdem nicht entgehen lassen. Zusätzlich wurde es noch spannender, weil Andi gemeinsam mit einer Freundin ebenfalls eine Staffel gemeldet hatte – wir waren also direkte Konkurrenten.
Andi und ich hatten im Vorhinein schon ein wenig herumgerechnet, wie das Rennen ausgehen könnte. Uns war klar, dass Bernhart schneller läuft als Maria, gleichzeitig wusste ich aber auch, dass Andi am Rad stärker ist als ich.
Mit dem Startschuss gaben sowohl Bernhart als auch Maria beim Laufen von Anfang an alles. Bernhart kam schließlich etwa zehn Minuten vor Maria in die Wechselzone, und ab diesem Moment hieß es für mich: Vollgas. Ich spürte Andi gefühlt die ganze Zeit im Nacken.
Das Rennen mit meinem neuen Triathlonrad und den hohen Felgen lief richtig gut – besonders die erste Runde fühlte sich einfach sensationell an. Gleichzeitig setzte ich mich aber selbst enorm unter Druck, weil ich wusste, dass Andi früher oder später auftauchen würde. Im Nachhinein war genau dieser Druck vermutlich gar nicht schlecht, denn dadurch ließ ich wirklich keine einzige Sekunde auf der Strecke liegen.
In der letzten Kurve sah ich Andi dann plötzlich aus dem Augenwinkel und wusste sofort: Jetzt ist er nicht mehr weit weg. Einen Kilometer vor dem Ziel lag ich immer noch vorne und freute mich schon, dass ich vielleicht doch nicht mehr überholt werde. Doch etwa 300 Meter vor der Wechselzone hörte ich plötzlich das typische Geräusch seines Rades – kurz darauf auch schon seine Stimme:
„KUM – glei hommas!“
Meine spontane Antwort:
„GEH SCHEIßEN – das gibt’s ja nicht!“
(Natürlich alles mit Humor.)
Am Ende war Andi ungefähr 20 Sekunden vor mir in der Wechselzone und damit übernahmen sie schließlich die Führung. Trotzdem war es ein richtig geniales Rennen: strahlender Sonnenschein, kaum Wind und eine großartige Veranstaltung.
Schlussendlich konnten Bernhart und ich uns in der Mixed-Staffel den starken 3. Platz sichern!
