Wollte 2026 schon früh in die Saison starten, darum habe ich mich für dieses Rennen in Jesolo angemeldet – da meine Wintervorbereitung immer super lief und ich die Form gleich zu beginn der Saison abrufen wollte, kam es diesen Winter ganz anders. Ab November ging die Motivation und auch die Sonne draußen komplett unter … 4 Monate fand ich keinen Spaß daran, mich auf meine Ziele 2026 vorzubereiten – das System wieder herzurichten – Schwimmen wurde (wieder) komplett vernachlässigt (8x im Becken von Sept. bis Mai) sagt alles und erklärt die überschaubare Schwimm Performance.
Ab März kam dann meine Motivation und auch die Sonne wieder etwas zurück – musste leider mit einem ordentlichen PDV (Pedal-Druck-Verlust) am Rad und beim Laufen mit Einbußen bei der Grundlagenausdauer rechnen.
Am Rad musste sich mein Canyon Speedmax CFR zum ersten Mal über 90km beweisen und beim Laufen konnte ich Ende April doch noch halbwegs gute Werte auf 10km für einen fast 45 jährigen laufen, was mich etwas positiv stimmte und mir etwas Zuversicht für Jesolo gab.
RACEDAY :
Swim:
Der perfekte Tag unseres Kurzurlaubs in Jesolo sollte es werden – das Wetter war es auf jeden Fall.
Kaum Wind und 17 Grad Wassertemperatur sind gute Aussichten.
Nach der Verabschiedung von meinen zwei Lieben, stellte ich mich in die 35-40min Zone – wo ich auch mit meiner Trainingsbereitschaft für die erste Disziplin hingehöre.
Das Feld wurde schon beim Schwimmen ordentlich entzerrt – alle 6sec durften nur 3 Athleten ins kühle Meer laufen. Als ich dann nach ca 30min warten dran war, war ich über das glatte Meer sehr happy, einzig die aufgehende Sonne machte es etwas schwierig, die Bojen an zu visieren.
Sonst war das Schwimmen (zu) entspannt, obwohl mir die ersten 15min ziemlich kalt im Gesicht war.
T1:
Endlich wieder am Strand angekommen hatte ich dieses mal in der Vertikale keinen Schlenderer wie bei meiner letzten Halbdistanz. Einzig der Neo wollte nicht über die Uhr gezogen werden, aber auf diesem laaaaangen roten Teppich zu den Rädern hatte ich genügend Zeit, alles in Place zu bringen. Kurz vor der Brücke sah ich noch Ben und Maria, die mir viel Kraft durch ihre Anwesenheit auf der gesamten Strecke gegeben haben.
Den Neo endlich abgestreift wollte ich mich kurz hinsetzen um alles im Wechselbeutel zu verstauen, da rutschte ich plötzlich von der Bank – kann auch sein, dass ich mich daneben gesetzt habe – doch ein Schlenderer ggg – Helm auf und ab zum Rad.
Mein Speedmax CFR in der Farbe „Champagne Supernova“ war gleich am Anfang der zweiten Reihe aufgehängt, somit musste ich nicht suchen und ich habe auch nur 2 weitere Athleten mit dieser Farbe gesehen, was mich sehr gefreut hat, dass nicht jeder 3te diese Farbe hat.
Bike:
Raus aus der Wechselzone und schon gings los, in der Früh hatte ich noch probiert, ob sich alle Sensoren mit Uhr und Edge (RadComputer) verbinden – Edge machte es einwandfrei, nur auf der Uhr hatte ich keine Wattanzeige – dies geht gar nicht, wegen der Aufzeichnung wärs, weil ich nur die Uhr Aufzeichnung verwende und die RadComputer Aufzeichnung danach gelöscht wird. Somit musste ich an der Uhr herumfummeln, bis ich dann endlich nach ein paar Minuten alles eingerichtet hatte und in Aeroposition zum Sturm blasen konnte. Nach 19,5km das nächste Missgeschick (wobei ich eigentlich nix dafür kann), auf der rumpligen Straße verabschiedete sich die linke Heck Flasche – hatte leider keine Red-Bull-Hayden-Wilde-Flasche, meine schlug auf dem Asphalt auf und ich drehte um und sammelte sie wieder auf, da ich mich über die 90km selbst verpflegen wollte. Mein Plan war um 210-215W wie im Training zu fahren, dies war aber wieder mal dank meiner Schwimmleistung nicht möglich, da ich wie immer an sehr sehr vielen Athleten vorbei musste. Fuhr immer wieder auf kleine Gruppen auf, die von 2-3 Triathlonrädern angeführt wurden und dahinter hingen nochmal 3-4 Rennräder. Bis 65km war es mir egal ,da ich diese Partien ohne Probleme überholt habe. Plötzlich wurde ich das erste Mal überholt, ein Schweizer Athlet mit einem „wunderschönen“ Giro Aerohead-MIPS II-Helm fuhr mit 8 Mann im Gepäck an mir vorbei. Ich habe nur meinen Kopf geschüttelt und bin weiter mit genügend Abstand meine Watt weiter gefahren. Ich war immer ca 40 Meter hinter diesem Pack – der Schweizer machte die Arbeit und die anderen hingen hinten drin und sparten Kraft, als es plötzlich krachte und Athleten, Räder und Flaschen sich am Asphalt verteilten – ich war weit genug entfernt und hatte genügend Zeit und Platz ohne aufgehalten zu werden, vorbei zu ziehen. Auf den letzten 15km konnte ich noch 2 große Lutsch-Partien überholen wo ich allen unsportlichen, sich selbst belügenden Athleten, eine imaginäre Karte zeigte und meinen Kopf dabei schüttelte – ich weiß, es ist eh jeden sein Ding, aber in der Hitze des Gefechts ging bei mir der Gerechtigkeitssinn etwas durch – hätte mir eigentlich Wurscht sein sollen …. Zu guter Letzt habe ich auch mit etwas Aufwand dann alle zurück überholt und hab dem Schweizer mti dem schönen Helm noch „good Job“ zugerufen, wie ich an ihm mit über 40 km/h vorbeigeflogen bin. Er konnte ja eigentlich nix dafür – er war ja nur die Zugmaschine für die unsportlichen Heisln …
Nach 2h20min29sec waren dann die 90km vom Ironman 70.3 Jesolo dann auch Geschichte, mit 38,55 km/h Schnitt bin ich eigentlich zufrieden, da es für meinen Geschmack viele schlechte Abschnitte (1x Flaschen-AufnahmeStop) und viele U-Turn´s und wilde Überfahrten (Holzbrücke und Stahlbrücke – beides auf roten Teppich) gab.
T2:
Wechsel verlief ohne Probleme
Run:
Angepeilt hatte ich eine Pace von ca. 04:30/km – merkte aber nach den ersten Metern, dass es heute trotz zu viel gedrückter Watt (NP 226) am Rad, ziemlich gut ging. Mag eigentlich keine 3 Runden-Strecken, aber es machte richtig Spaß, da eigentlich überall Menschen waren, die anfeuerten und feierten. Ben und Maria hab ich auch oft gesehen, was auf den letzten 5km sehr hilfreich war. Die letzten 3,5km auf der Strandpromenade waren dann ziemlich hart, irgendwie ging mir der Sprit aus und ich war dann richtig froh, wie dieser Akt nach 4h:40min03sec abgelegt war.
Bin auch sehr zufrieden mit dem Halbmarathon, den ich mit einer Pace von 04:22/km Schnitt nach diesem schwachen Trainings-Winter gelaufen bin.
Hab die Zielverpflegung dieses mal verweigert, weil ich mit meiner Family danach Pizza essen gehen wollte – somit die Medaille gravieren lassen und ab zum Hotel.
Fazit:
Dem Lied von Edmund „jedes Jahr Jesolo“ kann ich trotz des perfekten Wetters und der coolen Stimmung nicht zustimmen – es ist zwar ein schönes Rennen aber die Radstrecke ist ausser flach nicht viel und eine Gruppenfahrt gibts bei uns im Verein auch jeden Sonntag gratis, somit kann ich nur sagen, muss man mal gemacht haben, aber dass dieses Rennen jedes Jahr auf dem Speiseplan zu stehen hat, muss ich klar verneinen.


